Gartenerde - oder was Hochmoore in unserem Garten verloren haben.

... und täglich weiter verlieren: Ihre Existenz. Jahrtausende alte Moorlandschaften werden immer weiter zurückgedrängt. In unseren Breiten sind es nur noch 10% der ursprünglichen Fläche. Ein nicht unerheblicher Teil wurde weggegärtnert. Denn Torf - also totes Moor - galt lange Zeit als hervorragender Bodenverbesserer. Leider, denn mit dem Rückgang verschwinden seltene Pflanzenarten unwiederbringlich. Rückzugsgebiete für seltene Vogelarten wie das Birkhuhn werden rar. Dabei besticht das Ökosystem Moor nicht durch eine besonders große Vielfalt, doch aufgrund des geringen Nährstoffangebotes hat sich dort eine sehr spezielle Flora entwickelt. So findet man im Moor noch eine der wenigen fleischfressenden Pflanzen Deutschlands: den Sonnentau.

Doch Moorflächen sind für viele auch heute noch nur ungenutzte Brachen. Sie können weder als Acker noch als Bauland genutzt werden. häufig werden sie einfach trocken gelegt, um den Torf dann abzustechen. Damit werden Flächen zerstört die tausende von Jahren gebraucht haben, um zu dem zu werden, was sie heute sind. Ein Moor wächst pro Jahr im Durchschnitt nur um magere 0,5 - 1,5 Millimeter.

Deshalb fordern Naturschutzorganisation wie BUND, NABU oder WWF seit Jahren: Verwenden Sie torffreie Blumen- und Pflanzenerde. Und nutzen Sie andere Bodenverbesserer wie Rindenmulch oder noch besser eigenen Kompost.
Torf wird in seiner Funktion als Bodenverbesserer hoffnungslos überschätzt.

  • Torf ist extrem nährstoffarm - die Produzenten müssen deshalb extra Dünger zusetzen.
  • Torf verliert seine Fähigkeit Wasser zu speichern unwiederbringlich, sobald er das erste Mal getrocknet ist.

Trotzdem ist auch heute noch der überwiegende Teil der angebotenen Gartenerde mit Torf versetzt. Da Torf deklariert werden muss, finden Sie beim Blick auf die Inhaltsliste (Rückseite) schnell die "Torftrottel" unter den Pflanzenerden heraus - leider sind es immer noch erschreckend viele. Und leider ist torffreie Erde immer noch deutlich teurer. In manchen Gemeinden kann man aber auch günstig Komposterde aus der braunen Tonne erwerben. Ebenfalls eine sinnvolle Alternative.

Die Bewusst-Einkaufen Empfehlung für Gartenerden:

 Produkte Vorteile
Preis in Euro
Bezugsquelle
Neudorff bietet 9 verschiedene, torffreie Erden für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche



Frischer Kompost, den bekommt man oft auch bei regionalen Kompostierungsanlagen günstig  zu kaufen. Einfach mal bei der Stadt oder Gemeinde nachfragen.


Selbstgemachter Kompost - besser geht es nicht. Sie entlasten die braune Tonne und kennen die Qualität genau.


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müssen leider selbst erfragt werden




 

Lettze Aktualisierung Dezember 2009

Ein paar Links zum Weiterlesen und Informieren

Hier finden Sie eine Liste in Form eines PDFs vom WWF Österreich, welche Hersteller torffreie Erde anbieten. Die meisten Informationen stimmen auch für Deutschland.

Über Torf und Moore vom NABU Brandenburg-Havel

 

Sie haben das Gefühl, hier fehlt noch eine wichtige Information oder Sie haben zu dem Thema noch Fragen. Senden Sie uns bitte eine E-Mail. Vielen Dank.