Fleisch - oder warum die Klimakatastrophe auch durch den Magen geht.
In Deutschland wird immer noch viel Fleisch gegessen. Lt. Ökotest (08/2007) verzehrt jeder Deutsche pro Jahr 84 Kilo Fleisch. Und in dieser Statistik sind auch Vegetarier und Kinder erfasst. Der reale Pro-Kopf-Konsum der Fleischesser liegt also noch höher.
Die Folgen dieser Fleischeslust sind bekannt: Massentierhaltung mit all ihren Nachteilen, Skandale, Seuchen wie BSE. Doch es sprechen auch ökonomische, klimapolitische und soziale Gründe für eine Verringerung des Fleischkonsums:
- So müssen, um 1 kg Fleisch zu erzeugen müssen zwischen 7 und 15 kg Getreide bzw. Soja eingesetzt werden. Auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche bezogen, könnten auf der gleichen Fläche, die genutzt wird um 50 kg Rindfleisch zu erzeugen auch 6.000 kg Karotten angebaut werden.
- Wiederkäuer wie Rinder, Schafe oder Ziegen produzieren ein äußerst klimaschädliches Gas: Methan. Es heizt die Atmosphäre etwa 23-mal so stark auf wie CO2.
- Lt.einem Report der FAO (der Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen) ist Viehzucht heute einer der größten Verursacher heutiger Umweltprobleme. Der Beitrag allein zum Treibhauseffekt liegt – wenn man alle Faktoren einrechnet – bei 18%. Damit ist der Klimaeffekt unseres Fleischkonsums größer als des weltweiten Verkehrs.
- Lt. einer anderen FAO Studie von 2006 werden 70% des abgeholzten Amazonas Waldes genutzt, um Fleisch zu produzieren.
Die Bewusst-Einkaufen Empfehlung:
Wenn Sie Fleisch essen, wählen Sie Biofleisch von Höfen aus Ihrer Region. Genießen Sie es bewusst, aber dafür vielleicht etwas seltener. Früher gab es auch nur sonntags Braten. Lassen Sie Fleisch wieder mehr zu etwas besonderem werden. Und wählen Sie statt Wurst oder Schinken vielleicht öfters mal Frischkäse, Honig, Marmelade oder pflanzliche Pasten.
Übrigens: Weniger Fleisch ist auch gut für die Gesundheit. Denn Fleisch ist reich an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin. Ein geringer Fleischkonsum entlastet somit nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Körper.
Letzte Aktualisierung 08/2007
Weitere Informationen zu dem Thema
Wer mehr Wissen will über das Thema, findet umfangreiche Informationen auf einer Schweizer Seite für Vegetarismus.
Und wer die aktuelle FAO Studie gerne im englischen Original einsehen möchte, kann die 408 seiten hier als PDF herunterladen.